Sondervitrine:
Ellwanger Bürgersfrauen im 18. Jahrhundert
Durch wertvolle Schenkungen aus altem Ellwanger
Familienbesitz konnte im Schlossmuseum eine Sondervitrine zur Kleidung
Ellwanger Bürgersfrauen im 18. Jahrhundert eingerichtet werden. Damit
ist erstmals ein seither unbekanntes Thema zur Ellwanger
Stadtgeschichte dokumentiert. Ergänzt werden die stofflichen
Anschauungsgegenstände wie Goldhauben und perlenbesetzten Handtaschen
durch zeitgenössische Portraitbilder Ellwanger Frauen in der
städtischen Feiertagskleidung. Besonders wertvoll ist die figürliche
Modellpuppe mit originalgetreuer Kleidung.
Dauerausstellung
„Schrezheimer Fayence“ erweitert
Die Dauerausstellung „Schrezheimer Fayencen“ im
Schlossmuseum Ellwangen wurde neu geordnet und mit hochrangigen
Exponaten aus der Sammlung Nagel und dem Württembergischen Landesmuseum
Stuttgart erweitert.
Anlass
zur Erweiterung und Neuordnung ist die Stiftung des bekannten
Kunsthändlers und Sammlers Gert K. Nagel aus Stuttgart. Nagel hat seine
Sammlung Schrezheimer Fayencen und Porzellane sowie Emaildosen in eine
Kunst- und Kulturstiftung eingebracht mit der Maßgabe die wertvollen
Objekte in die seit 1995 bestehende Dauerausstellung des Schlossmuseums
Ellwangen zu integrieren.
Zu dem
125 Teile umfassenden Stiftungsbestand zählen 2 bemerkenswerte Dosen
mit Ellwanger Stadtansichten um 1760, gemalt von J.A. Bechdolff, Krüge
und Teller mit humorvollen und zeittypischen Sprüchen, Grabungsfunde
vom ehemaligen Manufakturgelände in Schrezheim sowie eine Vitrine mit
höchst seltenen Ellwanger Porzellanen. Durch die neue Präsentation
ergibt sich ein umfassendes Bild aus allen Schaffensperioden der
ehemaligen Schrezheimer Manufaktur in ihrer 120-jährigen Geschichte.
Die überregionale Wertschätzung kommt darin zum Ausdruck, dass die
Darstellung einen wichtigen Beitrag zur regionalen
Wirtschaftsgeschichte Ostwürttembergs am Beispiel einer privaten Fabrik
des 18. und 19. Jahrhunderts gibt.
Die
Fayencemanufaktur Schrezheim wurde 1752 von dem Ziegler und Weinhändler
J.B. Bux gegründet. Der Betrieb erfuhr einen raschen Aufschwung, der
sich im Umfang, im Formenreichtum der Keramikgegenstände sowie einer
ausgezeichneten Malerei zeigte. Heutige Kunst- und Sachverständige
bezeichnen einige Objekte als einzigartig in der barocken Keramikkunst.
Das dramatische Ende des florierenden Betriebes kam im Jahr 1872 als
die Firmengebäude niederbrannten.
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